Funktionierende Gewaltambulanz jetzt!

In einer gemeinsame Medienaussendung von HOSI Linz, younited und QuacK fordern die drei queeren Vereine eine funktionierende Gewaltambulanz und verbindliche Standards nach den Vorfällen in Linzer Spitälern.

HOSI Linz, younited und QuacK fordern nach den jüngst bekannt gewordenen Vorfällen rund um die Versorgung einer trans Frau nach einer Vergewaltigung verbindliche Standards für die Akutversorgung nach sexualisierter Gewalt in Oberösterreich.

[Linz, 06.09.2026] – Recherchen von „moment.at“ hatten vergangene Woche öffentlich gemacht, dass eine trans Frau nach einer Vergewaltigung von zwei Linzer Krankenhäusern weitergeschickt wurde. Obwohl der Verdacht auf K.-O.-Tropfen bestand und jede Minute für Beweissicherung und medizinische Versorgung zählt, vergingen Stunden ohne Untersuchung.

Der bekannt gewordene Fall legt nahe, dass Fragen nach Zuständigkeiten und dem Umgang mit einer trans Person mehr Aufmerksamkeit erhielten als die rasche Versorgung eines Opfers von sexualisierter Gewalt. Genau das darf in einem funktionierenden Gesundheitssystem nicht passieren. Jede Person muss unabhängig von Geschlecht oder Geschlechtsidentität sofort die Hilfe erhalten, die sie benötigt.

„Nach einer Vergewaltigung braucht ein Mensch Hilfe, medizinische Versorgung und Schutz. Es darf nicht passieren, dass Betroffene auf der Suche nach Zuständigkeiten von Einrichtung zu Einrichtung geschickt werden“, sagt Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz.

Die drei Vereine sehen im bekannt gewordenen Fall Hinweise auf schwerwiegende strukturelle Probleme und eine spürbare Berührungsangst im Umgang mit queeren Menschen. Sie fordern eine Gewaltambulanz, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar ist, eindeutige Zuständigkeiten sowie professionelle medizinische Hilfe, Dokumentation und Spurensicherung für alle Menschen sowie Sensibilisierung des medizinischen Personals im Umgang mit queeren Menschen.

„Menschen in Ausnahmesituationen müssen darauf vertrauen können, rasch und respektvoll versorgt zu werden – unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder körperlichen Merkmalen“, sagt Mel Dafert von younited.

„Das Kepler Universitätsklinikum ist das Lehrspital der JKU. Hier werden die Ärzt*innen von morgen ausgebildet“, sagt Florian Obernberger, Vorsitz von QuacK. „Seit die Geschichte öffentlich ist, hören wir von queeren Studierenden immer wieder dieselbe Frage: Und wenn mir das passiert, wohin gehe ich dann? Diese Frage darf sich in Linz niemand stellen müssen.“

Unsere Forderungen:

  • Gewaltambulanz 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr
  • Ein klarer Anlaufpunkt mit eindeutiger Zuständigkeit
  • Verbindliche Abläufe für Krankenhäuser, Rettung und Polizei
  • Geschultes Personal für Versorgung, Dokumentation und Spurensicherung
  • Gleichberechtigter Zugang für alle Betroffenen
  • Sensibilisierung des medizinischen Personals im Umgang mit queeren Menschen

Gemeinsam mit Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft, Betroffenen, Unterstützer*innen und solidarischen Organisationen rufen HOSI Linz, younited und QuacK zu einer Kundgebung vor dem Landhaus auf.

Kundgebung & Pressekonferenz
Mittwoch, 9. September 2026, 17:00 Uhr
Vor dem Landhaus Linz

Wir laden alle ein, sich unserer Forderung nach einer verlässlichen, respektvollen und diskriminierungsfreien Gesundheitsversorgung anzuschließen. Jede Person sollte darauf vertrauen können, im Ernstfall rasch professionelle Hilfe zu erhalten.

gez. Dipl.-Ing. Dr. Michael Müller, BSc., Vereinssprecher HOSI Linz
gez. Mel Dafert, Obmensch younited
gez. Florian Obernberger, QuacK Vorsitz

HOSI Linz – Die queere Menschenrechtsbewegung in Oberösterreich

Die HOSI Linz setzt sich seit 1982 für die Gleichstellung, Sichtbarkeit und Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, intergeschlechtlichen und queeren Menschen in Oberösterreich ein. Sie organisiert Beratungs-, Kultur- und Gemeinschaftsangebote und ist Veranstalter*in der linzpride.

younited – Verein für queere Angelegenheiten

younited vertritt die Interessen von queeren Menschen in Oberösterreich. Der Verein bietet Vernetzung und Unterstützung an und engagiert sich für gleiche Rechte sowie eine diskriminierungsfreie Teilhabe in allen Lebensbereichen.

QuacK – Queere Studierende und Universitäts-Angehörige

QuacK ist die Interessenvertretung für queere Studierende und Universitäts-Angehörige an der Johannes Kepler Universität Linz. Die Hochschulgruppe setzt sich für Sichtbarkeit, Vernetzung und Chancengleichheit von LGBTIQA+-Personen im Hochschulkontext ein und schafft Angebote für Austausch und gegenseitige Unterstützung.